Schon aus dem Jahre 1668 stammt eine Nachricht von der Erbauung einer kleinen Marienkapelle im Sitz der damaligen Herrschaft Strebleinsdorf durch Johann Gassner, in der wahrscheinlich eine aus Lindenholz geschnitzte Madonna mit Kind verehrt wurde, die um das Jahr 1510 entstanden ist.
1710 wurde unter dem protestantischen Schlossherrn Johann Rudolph von Prösig die Schlosskapelle aufgelassen und das Marienbild in die sogenannte Feld- oder Emmauskapelle übertragen, die damals in der verlängerten Scheydgasse etwa bei der heutigen Einmündung der Autokaderstraße stand.
1719 wurde die Schlosskapelle unter Simon Schreiner wieder dem gottesdienstlichen Gebrauch übergeben.
Beim Bericht über den Neubau des späteren Meierhofes wird eine Kapelle erwähnt, die auch in einem Kaufvertrag aus dem Jahre 1742 genannt ist.
1762 wird durch den Herrschaftsbesitzer Josef von Fillenbaum am westlichen Schlossflügel eine Barockkapelle erbaut, die 1764 zur öffentlichen Kapelle erklärt wurde.
1835 nennt die Dorfbeschreibung von Schweickhardt eine Kapelle, die einen Altar und ein Marienbild enthält.
1854 wurde um die Erlaubnis angesucht, in der Schlosskapelle Messen zelebrieren zu dürfen.
1920 vermerkt Bruder Fidelis Breier, der verdienstvolle Autor des Strebersdorfer Heimatbuches, dass ein „geschnitztes Muttergottesbild mit dem Jesuskinde“ in der Sakristei aufbewahrt wird. Er vermutet, dass es sich um jene Statue handelt, die 1719 in die Schlosskapelle zurück gebracht wurde. Die Kapelle diente später verschiedenen Zwecken, zuletzt war in ihr die Küche des Pensionates untergebracht. Der Turm wurde am 19.02.1962 abegrissen, die Rest der Kapelle im Jänner 1971. Die Marienstatue, an der der Zahn der Zeit schon sehr genagt hatte, war schon 1935 in einem Depot des Historischen Museums der Stadt Wien eingelagert worden.
Im Jahre 1999 wurden die Unterlagen und das Bild der alten Statue von Herrn Bezirksrat Walter Bergolth wiederentdeckt. Am 26. Mai 1999 trat die Pfarre an das Historische Museum der Stadt Wien mit der Bitte heran, die Madonnenstatue aus dem Jahre 1510 in Form einer Dauerleihgabe der Pfarrkirche zur Verfügung zu stellen. Da die Statue aus konservierungstechnischen Gründen nicht aufgestellt werden konnte, beschloss der Pfarrgemeinderat, vom Grödner Holzschnitzer Peter Staffler eine Kopie anfertigen zu lassen, die dann am 01. Mai 2000 im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes von Herrn Propst Bernhard Backovsky CanReg gesegnet wurde und nahe dem Hochaltar der Strebersdorfer Pfarrkirche Maria Königin aufgestellt wurde, wie dies von Herrn DI Traxler anlässlich der Umgestaltung des Altarraumes vorgeschlagen worden war.


