Sonntag, 04. April 2010
Liebe Pfarrgemeinde! Mit den Worten "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde" beginnt die Bibel und damit beginnt auch die erste Lesung der Osternacht. Wir merken gleich, dass dieses Weltbild zwei- und nicht dreiteilig ist: Gott schuf nicht etwa Himmel, Erde und Unterwelt oder gar Hölle. (Dass die Unterwelt als Welt der Toten, dass die Hölle als Ort der Verdammten thematisiert wird, ist erst die Folge der Sünde. So leben wir Menschen in einem natürlichen Weltbild: wir kennen unabweisbar ein Oben, den Himmel, und ein Unten, die Erde. Wenn wir biblisch denken, können wir im Himmel den Ort erkennen, von dem her Gott am Menschen, für ihn und mit ihm handelt. Ähnlicherweise ist die Erde der Ort, wohin der Mensch zwar gesetzt ist, um dort fruchtbar zu sein, wo aber der Mensch im wesentlichen auf einen Segen von Oben angewiesen bleibt . Dieser SEGEN VON OBEN wird zur Wunderspeise in der Wüste (Ex 16, 4), oder zum Feuer vom Himmel (Lev 9, 24), aber der Segen, der endgültig den Raum zwischen Himmel und Erde durchmisst und füllt ist das Wort - der Sohn Gottes - das ausgesendet auf Erden hinschreitet und dabei den Himmel berührt (Wh 18, 16): In der Menschwerdung des göttlichen Wortes, in seinem Tod und seiner Auferstehung ist die Fülle des geistlichen Segens vom Himmel (Eph 1,3) auf die Erde herabgestiegen, um sie zu verwandeln. VERWANDLUNG erhofft Paulus für sich (Phil 3, 21), wie für alle am Jüngsten Tag (1 Kor 15, 51 – 52). Diese erhoffte Verwandlung,, Metamorphose ist nicht eine Verstümmelung der Schöpfung, sondern eine überformende Verwandlung, welche schon immer im irdischen Leben der Christen, die Christus nachfolgen, im Gange ist (2 Kor 3, 18). Auch das heurige HOCHFEST DER AUFERSTEHUNG DES HERRN, das sich nähert, will das Maß unserer Empfänglichkeit, Himmlisches irdisch zu empfangen, erweitern, damit wir das Himmelreich von der Erde nicht fernhalten, sondern es im Gegenteil auf ihr ankommen lassen. Solche Erweiterung des Maßes der Empfänglichkeit für das Himmlische möchte ich allen auf den Weg durch Ostern wünschen.
Ihr Pfr. Dr. Adrian Kacerik.
|